Mit dem rassistischen Normalzustand brechen!

Rassismus im Bildungssystem

Gerade das deutsche Bildungssystem basiert auf extremen Selektionsmechanismen. Einerseits sind die Bildungschancen stark von der sozialen Schicht bzw. den finanziellen Möglichkeiten der Eltern abhängig. Anderseits werden Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund benachteiligt. Letztere sind insofern doppelt von der Selektion betroffen, da sie zusätzlich überdurchschnittlich aus sozial schwachen Familien kommen. Statistiken zeigen, dass die Chance eines Kindes dessen beide Eltern deutscher Herkunft sind, eine Gymnasialempfehlung zu bekommen mehr als 4 mal so hoch ist wie jene eines Kindes mit Eltern mit Migrationshintergrund. Selbst wenn mensch nur Kinder gleicher sozialer Herkunft und Lesefähigkeiten miteinander vergleicht, bleiben die Kinder, deren Eltern in Deutschland geboren wurden, im Vorteil. Ihre Chance auf eine Gymnasialempfehlung ist auch dann noch mehr als 2 mal so hoch. Alleine der Name kann dabei schon eine entscheidende Rolle spielen. Die G8-Reformen, Studiengebühren und das Bachelor/Master-system verschärfen die ohnehin bestehende Chancenungleichheit im Bildungssystem.

Rassismus und Kapitalismus

Kapitalismus und Rassismus sind heutzutage beide nicht getrennt von einander zu analysieren. So bietet der Kapitalismus einen wichtigen Nährboden für Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus. Der positive Bezug auf das „wir“ (Deutschen) macht die Abwertung der „Anderen“ (Nicht-Deutsche) möglich und ist damit Grundlage diverser Ausgrenzugsmechanismen. Rassismus zeigt sich auch ganz stark im Arbeitsleben, indem beispielsweise Leute auf Grund ihrer Namen, Herkunft oder Aussehen, schon im Bewerbungsprozess diskriminiert und benachteiligt werden. Auch die Aufstiegschancen im Job selbst sind durch rassistische Vorurteile gehemmt. Aber auch schon bei der Jobvergabe werden Leute, die nicht als „deutsch“ gelten, benachteiligt. Außerdem ist es auch kein Zufall, dass sich in schlecht bezahlten, unzumutbaren, unsicheren und wenig angesehenen Berufen viel weniger Deutsche finden.

Rassistischer Normalzustand in der Gesellschaft

„U-Bahn-Schläger kann doch nicht abgeschoben werden“ so stand es Ende 2009 in der Bildzeitung. Das ist ein Beispiel für den rassistischen Normalzustand in dieser Gesellschaft. Rassismen zeigen sich auch deutlich, wenn mensch die vor kurzem aufgekommene rassistische „Hetze“ gegen so genannte „ausländische“ U-Bahn-Schläger den rassistischen Gewalttaten „deutscher“ Täter_innen entgegensetzt, welchen in der Öffentlichkeit keinerlei Aufmerksamkeit gewidmet wird. Durch die geschürte Angst vor noch mehr „ausländischen“ Gewalttaten herrscht nicht nur eine Akzeptanz, sondern auch eine Befürwortung der Überwachung öffentlicher Räume und Verkehrsmittel. Dabei vergessen die Menschen aber, dass sie dann selber von diesen Kontrollmechanismen betroffen sind. Denn eigentlich will keine Person, dass irgendwelche Angestellten der öffentlichen Verkehrsmittel oder sogar Polizist_innen wissen, wo mensch jetzt hinfährt oder was mensch macht.

Kapitalismus, Rassismus und Sexismus bedingen sich gegenseitig. Es bringt nichts nur die einzelnen Unterdrückungsmechanismen zu bekämpfen, sondern für eine befreite Gesellschaft und ein ganz anderes Ganzes einzutreten.

Deshalb mit Rassismus und Kapitalismus Schluss machen!
Nie wieder Deutschland, nie wieder Rassismus und nie wieder Krieg!

Antikapitalistische Demonstration:
30.04.10, 18:00, Rosenheimer Platz (München)