It all started with the Haymarket Riot…

Am Abend des 1. Mai 1886 fand eine Arbeiter_innenversammlung auf dem Haymarket in Chicago statt. Einer der Hauptgründe des Haymarket Streiks war die Durchsetzung einer Reduzierung der täglichen Arbeitszeit von zwölf auf acht Stunden. Dies ist uns heute jedoch noch lange nicht genug – acht Stunden Arbeit am Tag sind noch immer zu viel! 

…and will be continued

Wir wollen in einer befreiten Gesellschaft leben, in der Arbeit selbstbestimmt organisiert ist und dazu dient, die Bedürfnisse aller Menschen zu befriedigen. Im Kapitalismus jedoch steht nicht die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse im Vordergrund, sondern Geld zu vermehren und Gewinne bis ins Unendliche zu steigern. Dies geschieht nicht nur aus Egoismus oder purer Boshaftigkeit Einzelner, denn selbst Menschen, die in höchstem Maße vom Kapitalismus profitieren sind dessen Zwängen unterworfen. Nicht der Mensch an sich ist asozial, sondern der Kapitalismus, welcher uns zwingt untereinander zu konkurrieren und die Skrupellosigkeit belohnt. Die Befriedigung der Bedürfnisse aller Menschen jedoch ist keine Utopie, da schon heute mehr als genug Nahrungsmittel und sämtliche Luxusgüter vorhanden sind. Trotz alledem ist perverser Weise ein Großteil der Menschheit vom Wohlstand ausgeschlossen. Wie kann das sein? Ein wesentlicher Teil der Waren wird vernichtet um den Marktpreis stabil zu halten, da durch eine Überproduktion das Angebot höher liegt als die Nachfrage, was wiederum den Preis der Waren senkt. Der Markt ist hoffnungslos übersättigt und die dadurch entstandene Überproduktionskrise ist die Ursache von Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit. Lohnarbeiter_innen erhalten für ihre Arbeit einen Gegenwert, der im Endeffekt in 5 Stunden pro Woche erzeugt werden könnte. Der „Rest“ der geleisteten Arbeit sind im momentan bestehenden System die Gewinne der Kapitaleigner (Mehrwert) und die Kosten der Institutionen wie z.B. Steuern an den Staat.

Phantastisch realistisch

Die Ursache der Not, insbesondere in den nicht industrialisierten Ländern, sowie die Ursache dafür, dass wir in der heutigen Zeit 40 Stunden und mehr pro Woche arbeiten, liegt darin begründet, dass ¾ der arbeitsfähigen Weltbevölkerung (Menschen zwischen 20 und 60 Jahren) von den notwendigen güterwirtschaftlichen Arbeiten durch die Geldwirtschaft ferngehalten werden, so dass auch ein erheblicher Teil der Weltbevölkerung der Arbeitslosigkeit unterliegt. Mit einer Verbreitung modernster umweltschonender Produktionsmittel zur Anhebung der Produktivität, der Abschaffung des eigentumbasierten Handels und des Privateigentums an Grund, Boden und Produktionsmitteln könnten wir mit nur 5 Stunden Arbeit pro Woche leben. Und dies ganz ohne jegliche Einbußen bei Luxus und Lebensstandart. Arbeit sollte keine Ausbeutung zur Folge haben, sondern das Wohlbefinden Aller sichern!!!Im Kapitalismus ist die 5-Stunden-Woche nicht möglich. Sie könnte nur in einer befreiten Gesellschaft funktionieren, in der nach den Bedürfnissen der Menschen produziert wird. Das was wir heute unter Arbeit verstehen würde völlig neu definiert und hätte mit Lohnarbeit nichts mehr zu tun.

„Aber man kann doch nicht gegen alles sein“

Was die kapitalistische Produktion aus dieser Gesellschaft und aus dem/der Einzelnen macht – darum geht es und nicht nur darum, dass Arbeiter_innen ausgebeutet werden. Mensch wird in eine konkurrenzbasierte Gesellschaft hineingeboren und so schon früh durch Erziehung an die kapitalistische Logik gewöhnt. Von Kindesbeinen an lernt Mensch sich an die gegebenen Umstände wie Hierarchie, Geschlechterrollen, Fremdbestimmung, Autorität etc. anzupassen und diese zu akzeptieren. „Aber man kann doch nicht gegen alles sein“ und „man muss sich auch mal anpassen“ ist das, was viele denken. Es sind die Worte derer, die ihre Träume schon irgendwo zwischen Karriereleiter, Geld und trautem Familienleben begraben haben. Würde nach den Bedürfnissen der Menschen produziert werden und nicht nach den Bedürfnissen des Kapitalismus, wäre niemand vom Konsum ausgeschlossen, dann wäre es nicht mehr nötig den Mehrwert zu erzielen und somit könnte die Arbeitszeit extrem gesenkt werden. Durch eine radikale Verkürzung der Arbeitszeit würde sich das Verhältnis der Menschen zur Arbeit grundlegend ändern und die Arbeit würde somit ihre Zwanghaftigkeit verlieren. Schlussendlich hätte Mensch mehr Freiraum zur individuellen Entfaltung und Selbstverwirklichung und durch den Wegfall der Konkurrenz würde sich auch der Umgang der Menschen untereinander entspannen. In einer selbstbestimmten Gesellschaft würde Arbeit allein aus dem Bedürfnis des Menschen nach Tätigkeit erledigt werden.Unserer Meinung nach lässt sich das bestehende System nicht verbessern, denn der Kapitalismus gehört abgeschafft!Demonstrieren mal ganz anders… Am Abend des 30. April möchten wir ganz ungeachtet linker Traditionen und Erwartungen in Bademänteln auf die Straße gehen, um unseren Unmut über die bestehenden Verhältnisse zu äußern. Warum ein Bademantel? Der Bademantel ist ein Kleidungsstück, welches Entspannung, Zufriedenheit und Wohlbefinden impliziert! Wir möchten in Zukunft nicht mehr 40 oder mehr Stunden pro Woche unserer wertvollen Zeit an die kapitalistische Produktionsweise verlieren, sondern selbstbestimmt für unsere Bedürfnisse produzieren! Die Wirtschaft sollte für den Menschen da sein und nicht umgekehrt!

Deshalb rufen wir euch dazu auf, gemeinsam mit uns den Bademantel überzuwerfen und für mehr Selbstbestimmung, Freiheit und Freizeit zu demonstrieren!
Gegen ständige Kontrolle!
Für Freiheit und Zwanglosigkeit!
Für mehr Bademantelzeit!
Keine halben Sachen!
Für ein ganz anderes Ganzes!